Unterhalt auch ohne Trauschein

Dez

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Unterhalt auch ohne Trauschein

Viele Paare leben auch ohne Trauschein glücklich zusammen und haben gemeinsam Kinder. Doch wenn die Lebensgemeinschaft zerbricht, geraten die Mütter oft in finanzielle Not. Denn der Kindesvater hat nur gegenüber dem Kind eine verwandtschaftliche Beziehung und ist daher ihm gegenüber unterhaltsverpflichtet.

Zumindest für die ersten Jahre hat der Gesetzgeber auch die Mütter versorgt. Gemäß § 1615 I BGB hat die Kindesmutter bereits für die Zeit des Mutterschutzes einen Unterhaltsanspruch gegen den Vater des Kindes, also ab sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Geburt.

Bereits vier Monate vor der Geburt entsteht entsteht ihr Unterhaltsanspruch, wenn die Mutter einer Erwerbsfähigkeit nicht nachgeben kann, weil sie aufgrund der Schwangerschaft daran gehindert ist. Für die Zeit nach dem Mutterschutz hat di Mutter einen eigenen Unterhaltsanspruch, soweit von Ihr von Ihr wegen der Pflege und Erziehung des Kindes keine Erwerbstätigkeit verlangt werden kann. Dies ist bei kleinen Kindern regelmäßig anzunehmen.

Der Unterhaltsanspruch endet drei Jahre nach der Geburt, wenn es nicht grob unbillig wäre, den Unterhaltsanspruch danach zu untersagen. Diese Frage ist insbesondere unter Berücksichtigung der Belange der Kinde zu beantworten. Falle, in denen eine längere Unterhaltspflicht angenommen wurde, sind z. B. bei besonderem Betreuungsbedarf des Kindes wegen einer Behinderung, fehlender anderweitiger Betreuungsmöglichkeiten, wegen fehlenden Kindergartenplatzes, Betreuung mehrerer Kinder desselben Vaters, Krankheit oder Behinderung der Mutter. Der Unterhaltsanspruch steht übrigens auch dem Vater zu, denn er das Kind betreut. Die Frage, ob es auch über die drei Jahre hinaus Unterhalt geben wird, liegt dem Bundesverfassungsgeicht zur Entscheidung vor.

Die Höhe des Unterhaltsanspruches ist für jeden Einzelfall zu bestimmen. Sie errechnet sich nach dem Bedarf der Mutter und der Leistungsfähigkeit des Vaters. Lohnfortzahlung und Mutterschaftsgeld sind dabei auf den Unterhalt anzurechnen, das Erziehungsgeld dagegen nicht.