Führerschein in Gefahr oder Punktevermehrung?

Okt

19

Führerschein in Gefahr oder Punktevermehrung?

 Artikel von Rechtsanwalt Dr. Pfennig, Fachanwalt für Verkehrsrecht in der NB vom 19.10.2008

Sobald Ihr Punktekonto sich vermehrt oder der Führerschein in Gefahr ist, ist individuelle professionelle Vertretung erforderlich. Eine “Goldene Regel” vor persönlichen Einlassungen gegenüber den Behörden (tauglich auch für das Privatleben): Ich habe noch nie bereut, was ich nicht gesagt habe!. Lieber sofort einen Termin bei einem Spezialisten vereinbaren. Sie sind nicht verpflichtet, einen Anhörungsbogen zurückzuschicken, auch wenn dies “suggeriert” wird. Ohne Akteneinsicht sollte nie eine Äußerung erfolgen.

Die Akte bekommt nur ein bevollmächtigter Anwalt. Der Akteninhalt kann auch ergeben, dass gar keine Äußerung abgegeben wird, wenn beispielsweise eine Täterschaft nicht nachweisbar ist. Hier haben sich schon viele Betroffene (teils nach “gutem Rat” am Stammtisch oder Arbeitsplatz) durch ungeschickte vorherige Angaben gerade durch diese selbst erst belastet. Ein erfahrener Fachanwalt kann dann nach Akteneinsicht beurteilen, wie eine Einlassung entlasten kann oder kann auch durch Verhandlungen mit der Behörde, Staatsanwaltschaft oder dem Gericht das Verfahren für Sie günstig beeinflussen oder das Verfahren sogar zur Einstellung bringen. Ist die Fahrerlaubnis in Gefahr, sind professionell vorbereitete Maßnahmen für ein Wiedererteilungsverfahren wichtig.

Eine MPU sollte nie ohne fachliche Vorbereitung so früh wie möglich durchgeführt werden. In jedem Fall ist im Hinblick auf Punkte im Verkehrszentralregister zu beachten, dass die Führerscheinbehörde bereits frühzeitig aufgrund der Fahrerlaubnisverordnung Maßnahmen ergreifen kann, ohne dass bereits 18 Punkte (Entzug der Fahrerlaubnis) angesammelt wurden. Der Spezialist betreut nicht nur das Verfahren selbst, sondern baut strategisch neben der Verteidigung auch Voraussetzungen für den Erhalt oder zügige Wiedererteilung der Fahrerlaubnis aus.