Kosten für einen Kostenvoranschlag sind von Versicherern zu ersetzen

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Kosten für einen Kostenvoranschlag sind von Versicherern zu ersetzen

Artikel von Fachanwalt für Verkehrsrecht Dr. Pfennig in der Neuen Braunschweiger vom 24.02.2008

Kosten für Kostenvoranschlag sind nach Urteil Amtsgericht Neuss nach einem KFZ-Schaden eine ersatzpflichtige Position.

Oftmals zögern Geschädigte nach einem Verkehrsunfall, ein Sachverständigengutachten einzuholen und holen nur einen kostengünstigeren Kostenvoranschlag einer Werkstatt ein. Die hierfür entstehenden Kosten werden jedoch häufig von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers nicht erstattet.

Sofern nach einem Verkehrsunfall der unschuldig Geschädigte jedoch von einer Fachwerkstatt einen Kostenvoranschlag einholt, ohne ein Sachverständigengutachen erstatten zu lassen, und auf Grundlage des Kostenvoranschlages mit der Kfz-Haftpflichtversicherung des Schädigers auf sog. “Gutachtenbasis” abrechnet, kann er in diesem Fall den von der Werkstatt berechneten Betrag (hier 70 Euro) für den Voranschlag ersetzt verlangen. Der Ansicht des Versichereres des Schädigers, dass dieser Betrag nicht zu zahlen sei, weil die Kosten bei durchgeführter Reparatur von der Werkstatt ja wieder angerechnet würden und es somit an einer Schadenposition fehle, folgte das Amtsgericht Neuss nicht. Insbesondere sei ein Kostenvoranschlag wesentlich kostengünstiger als ein Gutachten. (Amtsgericht Neuss zu AZ: 70 C 4249/05).