Verkehrsverstoß für Fortgeschrittene

Mrz

16

Verkehrsverstoß für Fortgeschrittene

Tipps mit fatalen Folgen

Es kursieren Ratschläge, die das Autofahren leichter machen sollen. So soll dass “rechts überholen” bzw.”Überholen auf dem Standstreifen” oder “Fahren mit Blaulicht” in der Windschutzscheibe “billiger” sein, als Drängeln, da es sich dann nur um Ordnungswidrigkeiten mit wesentlich milderen Folgen handele, hingegen bei “Drängeln” strafrechtliche Tatbestände verwirklicht werden könnten, die eine Verurteilung zu einer Geldstrafe, ggf. Entzug der Fahrerlaubnis und zwischen 5 und 7 Punkten in Flensburg (die 5 Jahre stehen bleiben) zur Folge haben können.

Vorsicht bei derartigen “Tipps”. Die Folgen können erheblicher ausfallen, als angenommen. Sollten Sie sich über Langsamfahrer auf der linken Fahrspur der Autobahn ärgern, ist dies nachvollziehbar, zumal auch dieses Verhalten als Ordnungswidrigkeit oder sogar Nötigung geahndet werden kann. Die vorgenannten Tipps zu befolgen, würde unter Umständen im Einzelfall mit der Begehung einer Straftat (Straßenverkehrsgefährdung) einhergehen und läge damit weder im eigenen noch im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer.

Sollte Ihnen eine Verkehrsstraftat oder Ordnungswidrigkeit mit Punkten und ggf. Auswirkung auf die Fahrerlaubnis vorgeworfen werden gilt unser ernst gemeinter Tipp: “Ich habe noch nie bereut, was ich nicht gesagt habe”. Sie sind nicht verpflichtet, einen Anhörungsbogen zurückzuschicken oder Fragen zur Sache zu beantworten, auch wenn dies “suggeriert” wird. Ohne Akteneinsicht sollte nie eine Äußerung erfolgen. Die Akte bekommt nur Ihr bevollmächtigter Rechtsanwalt.

Der Akteninhalt kann ergeben, dass gar keine Äußerung abgegeben wird, wenn beispielsweise eine Täterschaft nicht nachweisbar ist. Hier haben sich schon viele Betroffene (teils nach “gutem Rat” am Stammtisch oder von Rechtsschutzversicherern) durch ungeschickte vorherige Angaben selbst belastet. Ein erfahrener Fachanwalt kann nach Akteneinsicht beurteilen, ob und wie eine Einlassung entlasten kann. Das Verfahren kann weiter durch Verhandlungen mit der Behörde, Staatsanwaltschaft oder dem Gericht für Sie günstig beeinflusst oder sogar zur Einstellung gebracht werden.

Ist die Fahrerlaubnis in Gefahr ist bei einer Verteidigung immer auch die mögliche Auswirkung auf die Führerscheinakte zu beachten. Die Vorbereitung auf eine MPU sollte auch nicht ohne versierten Fachanwalt erfolgen und zum frühest möglichen Zeitpunkt beginnen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unseren Internetseiten bs-law.de (zur Abwicklung von Unfällen: bs-unfall.de).